KoStoT – Kooperative Stottertherapie

Einblick in aktuelle Grundlagen der Forschung

Vortragsnummer: V1

Der Beitrag stellt die Kooperative Stottertherapie (KoStoT) vor, die von Schüler:innen und Dozent:innen gemeinsam in der Wissenschafts-AG der Schule Schlaffhorst-Andersen entwickelt wurde.
Ausgangspunkt ist das Konzept Schlaffhorst-Andersen, das mit der Kooperativen Sprachtherapie verbunden wurde. Daraus ist ein flexibles Bausteinkonzept entstanden, welches das therapeutische Handeln leitet. Dieses verbindet zentrale Bereiche wie die Koordination von Atmung und Sprechen sowie Selbstwahrnehmung und die Interaktion mit dem Umfeld – und setzt dabei bewusst auf Zusammenarbeit und Mitgestaltung.

Vom Herbst 2025 bis Juni 2026 wurde eine experimentelle Einzelfallstudie durchgeführt mit zwei betroffenen Jugendlichen (15+16 Jahre). Verwendet wurde das ABAB-Design, wobei insgesamt zwei Messzyklen sowie 20 Therapieeinheiten und ein Follow-up Termin stattfanden. Gemessen wurde mittels Stuttering Severity Index (SSI-4) (Riley 2009), dem Selbsteinschätzungsinstrument Overall Assessment of the Speaker’s Experience of Stuttering (OASES) (Yaruss & Quesal 2010), der Therapeutischen Beurteilungen der Kommunikationskompetenz (TEK) sowie mit Selbsteinschätzungsskalen zu Atmung und Stressempfinden bei Lesen und Spontansprache. Die Ergebnisse liegen zum BNTT vor.

In dem Vortrag erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die Entstehung des Konzepts und wie die einzelnen Bausteine in der Praxis zusammenwirken. Im Mittelpunkt stehen die Ergebnisse der Einzelfallstudie. Die Daten eröffnen neue Perspektiven darauf, wie das Bausteinkonzept der KoStoT weiterentwickelt werden kann.

Literaturtipps

Barthel M., Kohmäscher A., Leinweber J. (2025). Warum Einzelfälle die besten Geschichten erzählen. In: forum:logopädie 39 (5), S.6-11

Kramer, J., & Trappe, K. (2006). Sprachtherapie – gewusst wie! Identitätsbildende Förderung und sprachliches Lernen im systemischen Kontext aus der Sicht der Kooperativen Sprachtherapie. In R. Bahr & C. Iven (Hrsg.), Sprache, Emotion, Bewusstheit: Beiträge zur Sprachtherapie in Schule, Praxis, Klinik (S. 213-219). Idstein: Schulz-Kirchner.

Lang, A.; Saatweber, M. (2020): Stimme und Atmung. Kernbegriffe und Methoden des Konzeptes Schlaffhorst-Andersen und ihre anatomisch-physiologische Erklärung. 3. komplett überarbeitete, aktualisierte und ergänzte Auflage. Idstein: Schulz Kirchner.

Riley, G. D. (2009). Stuttering Severity Instrument for Children and Adults. SSI-4. Austin: Pro-Ed

Yaruss, J.S., Quesal, R.W., Coleman, C.E. (2010). Overall Assessment of the Speaker’s Experience of Stuttering (OASES). Mc Kinney: Stuttering Therapy Resources.

Termin: 29. Bad Nenndorfer Therapietage (BNTT) 2026 –
Schlaffhorst-Andersen in Wissenschaft und Praxis
             Samstag, 28.11.2026, 
             Dauer: 45 Minuten

Referentinnen

Christin Müller
Christin Müller ist Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin seit 2016 und arbeitete in therapeutischen Praxen in Hannover. Sie absolvierte den Bachelor und Master of Science in Logopädie im interprofessionellen Studiengang Ergotherapie/Logopädie/Physiotherapie an der HAWK Hildesheim. Seit 2022 ist sie Dozentin an der Schule Schlaffhorst-Andersen im Bereich Sprechen sowie fachpraktisch-therapeutischen Fächern.
Amelie Heublein
Amelie Heublein schloss 2025 ihr Studium „Lehramt Sonderpädagogik“ mit den Förderschwerpunkten „Sprache und Kommunikation“ und „emotional-soziale Entwicklung“ für den Primarbereich mit dem ersten Staatsexamen ab. Aktuell befindet sie sich in der Ausbildung zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin (3. Semester). Während sie in ihrer Staatsexamensarbeit Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung einer Einzelfallstudie im Bereich bilingualer Wortschatzförderung sammeln konnte, wendet sie nun ihre Kenntnisse im Forschungsprojekt KoStoT an.
Tyra Schulz
Tyra Schulz befindet sich aktuell in der Ausbildung zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin (4.Semester) und nimmt außerdem an dem Kooperationsstudium Logopädie an der HAWK in Hildesheim teil. In der Kooperativen Stottertherapie kann sie an einem konkreten Projekt das wissenschaftliche Arbeiten nun anwenden.